Home
 
Gedichte
 
Geschichten
 
Geschichten
von Gästen

 
Oster-
Märchen

 
Oster-
Bilder

 
Buch-Tipps
 
Oster-
Menüs

 
Backen
 
Facetten von
Ostern
 
Pfingsten





 

Herzlich Willkommen auf dem Oster-Inselchen

Poesie, Fotos und mehr zu Ostern


 

..:~~ Oster-Geschichten ~~:..

Das Osterlamm

Ich erinnere mich noch, als ich ein Kind war, wie mein Vater mich an einem Ostersonntag frühmorgen weckte, um mit mir hinaus aufs Land zu fahren.
Ich war etwa 4, oder 5 Jahre und fragte, wohin wir fahren.
"Das Osterlamm anschauen", meinte er.
Ich war sehr erfreut, denn ich wollte natürlich das Osterlamm sehen.
Ich habe schon vom wunderschönen Osterlamm gehört, mein Vater hat mir davon immer an Ostern erzählt.
Es war noch halb dunkel, die Vögel begannen mit ihrem Lied den Tag einzustimmen.
"Das ist die Amsel", antwortete er auf meine Frage, wer da singt.
Es war ein wunderschönes Lied. Von überall her erklangen diese Weisen und Lieder und erfüllten die Luft mit wohltuenden Klängen.
Lange schon hatten die Vögel ihre Begrüßungslieder angestimmt, erleichtert, die dunkle Nacht schadlos überstanden zu haben.
Langsam begann es heller zu werden, die ersten farbigen Konturen zeichneten sich ab und übermalten die schwarzen Bäume.
Der Himmel begann sich rot zu färben, die Schäfchenwolken zogen sich dezent zurück und hinterliessen einen feinen, silbrig glänzenden Tau. Der Tag schickte sich an die Sonne zu begrüßen
Bald schon schob sich die glutrote Scheibe der Sonne in den Himmel und begrüßte ihrerseits mit einem sanften Kuss den neuen Tag.

"Das Lamm springt in der Sonne hin und her", sagte mein Vater, "du kannst es nur am Ostersonntagmorgen sehen, wenn sie vollständig aufgegangen ist. Manchmal sitzt es aber auch nur still da".

[image]

Gespannt wartete ich die Vollendung des Sonnenaufgangs ab.
Ich sah wie sich die Sonne am unendlichen Horizont langsam immer höher schob und an einer fernen kleinen Kapelle hochkrabbelte.
Eine kleine Wolke zog oberhalb unseres nächsten Sterns seine Bahn..
Es roch ungemein gut, ich glaubte damals, die Sonne hatte sich extra mit einem Parfüm fein gemacht.
Schliesslich heiratete sie den neuen Tag, die Schleierwolke hatte ihre Arbeit getan und verzog sich.
Ich blinzelte in die strahlenden Augen der Sonne und suchte nach dem Osterlamm.
"Siehst du es?", fragte mein Vater.
Ich kniff noch mehr die Augen zusammen, aber ich konnte das Lamm in der Sonne nicht sehen.
Es begann vor meinen Augen zu flimmern.
Ich strengte mich an, noch hatte die Sonne die Leuchtkraft nicht erreicht, um den Augen zu schaden, aber ich konnte es nirgends entdecken.
"Schade", sagte mein Vater, "jetzt ist es weg".
Ich war ziemlich enttäuscht und traurig, denn ich hatte mich so sehr auf das Osterlamm gefreut.
Von fern sah ich einen Hasen über das Feld hoppeln.
"Sicher kommt der von seiner Arbeit zurück", dachte ich bei mir.
Verstohlen versuchte ich bei ihm einen Korb ohne bunte Eier auszumachen, aber er war zu weit weg.
Eine Nachteule kam von ihren nächtlichen Raubzügen zurück. Überhaupt war es faszinierend all das Leben zu beobachten, dass sich in der Natur breit machte.
"Nächstes Jahr versuchen wir es erneut".

Langsam liefen wir wieder über die Wiese zurück.
Meine Schuhe waren ganz nass vom Tau, der sie unablässig küsste.

Das darauf folgende Jahr haben wir es vergessen, nach dem Osterlamm zu schauen. Auch die nächsten Jahre blieben ohne Sichtung.
Irgendwann wurde mir auch klar, dass man ein Osterlamm nicht sooo einfach in der Sonne sehen kann …. was aber, wenn doch?
Ich dachte immer wieder an das Osterlamm, das in der Sonne hin und hersprang, aber ich habe es nie gesehen.
Es muß wunderschön ausgesehen haben.

Die Erinnerung an diesen Tag ist mir bis heute geblieben.

© Text und Bild, Sönke Harke

Diese Geschichte und dieses Foto hat mir Sönke Harke geschenkt, ich danke ihm herzlich.




Ostern mit Oma

Angie hatte eine große Liebe und das war ihre Oma. Die Oma war eine ältere Dame, etwas rundlich und hatte lustige Fältchen um die Augen. Heute würde eine Kosmetikerin vielleicht ihre roten Äderchen um die Wangen mit Make-up retuschieren, aber Angie fand sie schön. Die Oma hatte immer noch ihre rotblonden Haare. Das Beste an der Oma war, sie bestand nur aus Liebe. Sie erzählte oft alte Geschichten, aber nie ließ sie die Menschen, die vor ihr waren, außer Augen. Sie war etwas Besonderes. Sie konnte so schöne Geschichten erzählen, erzählte oft Geschichten von großen Schriftstellern, erzählte dann wieder, wie sie den Opa kennen gelernt hatte, manchmal erzählte sie auch traurige Dinge von Menschen, die sie lieb gehabt hatte und die nun nicht mehr unter uns weilten. Sie hatte viele Bilder auf ihrem Regal und vor den Bildern standen immer Blumen. Sie gedachte dieser Menschen, doch ließ sie die lebenden Menschen nie aus den Augen. Manchmal erzählte sie vom Teutoburger Wald, von Hermann, dem Cherusker und sang ein Lied. Häufig kochte sie Gerichte aus ihrer Heimat. So oft es ging, besuchte Angie die Oma. Sie fühlte sich so geliebt und angenommen. Wenn sie die Großmutter besuchte, kam die Katze in den Puppenwagen, blieb dort lieb liegen, weil sie sich wohl auch auf Oma freute.
Und nun war es kurz vor Ostern und Angie hatte Schmerzen. Sie litt an Atemwegserkrankungen und immer, wenn einer rauchte, tat ihr das weh, war es eine Folter für sie. Aber Oma rauchte nicht. Und das war wie ein Paradiesgärtchen für das Mädchen. Eines Tages wurden die Schmerzen immer größer und Angie musste operiert werden, das erste Mal in ihrem Leben. Es waren die Polypen, die sie quälten. „Du schaffst das, mein Schatz“, beruhigte sie Oma und nahm sie in den Arm. Dann gab sie ihr ein Buch mit den Worten: „Ich wollte es dir Ostern schenken, aber nun brauchst du es, lies es.“ Und sie schenkte ihr die Häschenschule, ein wunderschönes Buch. Es war ein lustiges Bilderbuch von Fritz Koch-Gotha zu Versen von Albert Sixtus. Angie war glücklich. Ach, waren die Häschen süß! Angie fragte nachdenklich: „Sag mal, Oma, letztens war ich bei der Tante Agathe. Sie hatte so schöne Stallhäschen und ich habe sie jeden Tag gefüttert.“
„Ja?“ fragte Oma und nahm das Mädchen in den Arm. „Und warum kullern dir dann Tränchen die Wangen herunter?“

„Weil“, schluchzte das Mädchen, „weil..... weil, eines Tages waren die Häschen nicht mehr da und mittags.....“
„Oh“, entgegnete Oma, sagte nichts, drückte ihr Enkelchen dafür noch mehr an sich und lauschte den trotzigen Worten des Mädchens. „Die Tante hat gesagt, ich wäre böse, weil ich das Mittagessen nicht wollte. Ich wollte und will aber nicht!“
„Nein, du bist nicht böse, mein Kind, du musst nichts machen, was gegen dein Gewissen ist, gar nichts, du bist ein gutes Kind.“ Das Kind wurde nun ganz ruhig und vergaß auch die Angst vor der bevorstehenden Operation.

Als Angie aus der Narkose erwachte, sah sie etwas Wunderschönes. Da waren kleine Häschen auf Schulbänken vor ihr und ein Häschenlehrer. Oma hatte ihr die Häschenfigürchen hingestellt.

[image]

Copyright: Edeltrud Wisser

Häschen, mit denen sie spielen konnte, die niemand essen würde. Sie vergaß die Schmerzen und spielte mit der Häschenschule, mal schlüpfte sie in die Rolle des Lehrers, mal in die der Schüler. Und schon hörte sie die Stimme der geliebten Großmutter: „Kinder, spricht die Mutter Hase, putzt euch noch einmal die Nase mit dem Kohlblatt-Taschen-Tuch!“ Dabei legte die Großmutter ihr ein weiches Taschentuch hin und die Nase tat schon gar nicht mehr so weh, schon bald wurde das Mädchen wieder gesund.
Und dann begann die vorösterliche Zeit. Angie ging jeden Tag in die Kirche und danach natürlich zu Oma, und diese las ihr täglich ein Kapitel aus der Häschenschule vor.

„Komm, wir blasen Eier aus“, schlug Oma vor. Gesagt getan, Eier wurden ausgeblasen, gefärbt und an Zweige aus dem Garten gehängt. Abends gab es dann Rührei. Und Oma las vor: „Wer´s nicht kann, der darf auf Erden nie ein Osterhase werden.“
Dann kam der große Tag: Ostern. Es gab eine Osternacht in St. Bruno. Es war unglaublich. In der Kirche war alles dunkel, Kerzen wurden verteilt. Auf einmal klopfte es laut. Es pochte an der Türe, poch, poch, poch. Es war richtig unheimlich. Das Kreuz Christi klopfte, gewährte um Einlass. Plötzlich sprangen die Türen auf. Der Diakon kam mit der Osterkerze herein und mit seinem Gefolge, die Lichter gingen an. Der verhüllte Christus wurde im Glanz offenbart ohne die schwarzen Tücher, die er in den Kartagen getragen hatte. Angie hörte einen Gesang: „Lumen Christi“. Dann folgte das „Exsultet“:
„Erfreue dich, o Erde, überflutet vom Lichtstrahl aus der Höhe; Licht des ewigen Königs umleuchtet sich! Wisse: Entschwunden ist allerorten das Dunkel.“ Und dann folgte: „Lichtvoll mache Er mich in dem Schein Seines Lichtes, würdig, das Lob dieser Leuchte zu verkünden.“ Angie war gepackt von der Wucht dieser Osternacht, wenn sie auch nicht alles verstand.
Und am nächsten Morgen ging sie, wie so oft, zu ihrer geliebten Oma. Die Großeltern hatten ein Reihenhaus mit einem großen Garten. Dort gab es schöne Blumen: Tulpen, Osterglocken, Märzbrecher und vieles mehr. Oma drückte ihr und ihren Geschwistern einen Korb in die Hand, damit die Kinder suchen konnten, was der Osterhase denn gebracht hatte. Da waren so viele bunte Ostereier - vor allem rote -, liebevoll und bunt bemalt, Schokoladenhasen und all solche wunderbaren Dinge. Jeder von ihnen bekam einen ganzen Korb voll der schönsten Dinge. Und danach gab es ein Frühstück, einen Osterkranz und ein Osterlämmchen. „Dürfen wir denn das Lämmchen essen?“, fragten die Kinder.
„Aber sicher, es ist nur aus Teig.“
„Was bedeutet das alles?“ wollte Angie wissen, das Osterlamm, das Lumen Christi, das Pochen an der Kirchentür, die Hasen, die Eier, das Wort Ostern..?“
„Gemach, gemach“, antwortete die gütige Großmutter, eins nach dem anderen. Jesus Christus hat angeklopft und um Einlass gebeten, er hat Tod und Grab überwunden, es ist ein Triumph, ein Sieg. Lumen Christi bedeutet: Licht Christi, die Dunkelheit ist ein Zeichen für Schuld und das Licht die Erlösung, aber ihr seid Kinder, ihr tragt keine Schuld. Ostern hat den Namen nach der Lichtsymbolik, schau mal aus dem Fenster, da siehst du die Morgenröte, daher kommt der Name, er ist aus einer anderen Sprache abgeleitet. Und was noch schöner ist, du liebst doch Weihnachten so und die Lichter. Weihnachten bedeutet die Geburt Christi und Ostern seine Auferstehung, Licht bedeutet immer Leben. Die aufgehende Sonne symbolisiert Jesus Christus, der im Johannesevangelium als `das wahre Licht`, das jeden Menschen erleuchtet“ bezeichnet wird.
Die roten Ostereier sind ein Symbol für die Macht über den Tod. Es gibt noch viele Vorstellungen darüber, aber eins ist klar: Das Ei beinhaltet Leben. Hasen sind Symbole für Fortpflanzung, also auch Leben. Ach, Kinder, das ist nun viel zu viel für euch, freut euch einfach, dass Ostern ist!“
„Hm, Oma, aber was bedeutet das Lamm?“
„Mein Kind, du möchtest so viel wissen, ich versuche mal, dir das alles zu erklären.“ Und sie bemühte sich um einfache Worte, denn die ganzen theologischen Hintergründe würde ein Kind nicht verstehen.
“Es gibt noch eine andere Religion und das ist das Judentum und Grundlage oder Vorläufer für das Christentum, und die Juden feierten das Pascha-Fest oder auch Pessach genannt. An diesem Tag wird die Befreiung dieses Volkes gefeiert, sie waren in Sklaverei.“
„Was ist Sklaverei?“ fragte Angie. „Man macht mit den Menschen etwas, was sie nicht wollen“, antwortete Oma. „Also kann man es damit vergleichen, dass einer einen zwingen will, Häschen zu essen, wenn man nicht will?“ „Hm, nicht ganz, aber so ähnlich schon“, antwortete Oma. „Das Lämmchen sollte an einem bestimmten Tag geschlachtet werden.“ „Aber ich will doch kein Lämmchen schlachten!“ protestierte das Kind.
„Ach, es ist wirklich schwer zu erklären, mein Schatz“, sagte Oma. Das hier ist ja kein echtes Lämmchen, es ist aus Kuchenteig und erinnert daran, dass Jesus alles für uns getan hat, was er nur konnte und er hat am Gründonnerstag mit seinen Jüngern dieses Pascha-Fest gefeiert. Wenn du mal größer bist, darfst du auch zur Heiligen Kommunion gehen und dann wirst du noch mehr verstehen, dann wird dir der Priester sagen, warum du die Kommunion essen darfst und was es bedeutet. Mit Sicherheit darfst du dieses Osterlämmchen beruhigt essen.“
„Ich versteh zwar nicht alles, Ommachen, aber wenn du es sagst, glaub ich das.“ „Nun essen wir gemütlich“, bat Oma, die an die Grenzen dessen kam, was man Kindern vermitteln kann, sie schmunzelte vor sich hin und dachte: „Die Kleine stellt alle möglichen Hintergrundfragen, aber an den Osterhasen glaubt sie, den hinterfragt sie nicht.“
Angie ließ locker mit ihren Fragen und sie frühstückten gemütlich zusammen und mochten sich so. Wenn das Kind auch nicht jedes Wort verstand, so verstand es eins: „Ich bin geborgen, aufgehoben, umgeben von Liebe.“

Das Ganze ist nun schon viele Jahre her. Die Oma ist lange im Himmel, aber für Angie lebt sie immer noch und das wird auch so bleiben. Sie hat es von ihr übernommen, die Verstorbenen in ihrem Herzen zu bewahren, denn für sie leben sie ja. Sie beschützen die Menschen, die auf der Erde weilen und möchten, dass diese den lebenden Menschen ihre Aufmerksamkeit schenken, die Verstorbenen dagegen nie vergessen.

Inzwischen hat Angie, die inzwischen eine Frau ist, die theologischen Hintergründe des Osterfestes ein bisschen mehr verstanden, hat die Häschenschule nicht nur gespielt, sondern gelebt und das Buch „Die Häschenschule“ steht in ihrem Regal, und täglich schaut sie es an.

©Elfie Nadolny

Und hier liest Beatrice Amebrg die Geschichte:
http://maerchenblog.de. Gib als Suchbegriff Ostern ein.




[image]


©Aaron Schurr
http://www.daleth-page.de/Comics_v._Aaron/comics_v._aaron.html




[image]

Copyright der Zeichnung: Edeltrud Wisser


[image]

Copyright: Edeltrud Wisser


Felix Schlappohr, der Osterhase




Es war so Mitte März, an einem wunderschönen Frühlingstag, als sich unter der großen Birke, auf der großen Wiese am Ortseingang von Heiden, alle Osterhasen zur Osterhasengeneralversammlung versammelten.
Alle waren sehr aufgeregt, viele hatten neue Vorschläge mitgebracht, wo man in diesem Jahr am besten die Ostereier verstecken könnte. Auch Felix Schlappohr hatte seine beste, blaue Hose und die neue gestreifte Weste angezogen. Felix Schlappohr wollte wie immer einen guten Eindruck auf die Oberosterhasen machen, damit er einen guten Bezirk bekam, wo er für nette Kinder bunte Ostereier verstecken konnte. Aber diesmal war irgendwie alles anders. Bei der Osterhasengeneralversammlung wollte einfach keine Stimmung aufkommen. Von allen Seiten hörte Felix Schlappohr:"Wir haben keine Zeit mehr - keine Zeit - keine Zeit!"
Zu gerne wollte Felix Schlappohr wissen, warum alle keine Zeit hatten - so entfernte sich Felix leise von der Wiese und machte sich auf den Weg - die Zeit - zu suchen.

Nachdem er über Stock und über Stein gehoppelt war - hier und da jemanden gefragt hatte - wurde er schon müde und dachte: Ich muss mich ein bisschen ausruhen" - Er legte sich ins Gras am Bach und merkte, dass er schon ganz schön weit gehoppelt war, aber immer noch nicht wusste, wo die Zeit war. Wie er so im Gras lag und gerade einschlafen wollte, raschelte es plötzlich neben ihm - und Frau Igel stand vor ihm und schüttelte empört ihr Stachelkleid - "Meine Güte," schimpfte sie, "hast du mich erschreckt. Was liegst du hier so faul herum? Aus dem Weg - keine Zeit - keine Zeit!"
"Wieso" staunte Felix Schlappohr "na, dann brauche ich dich ja gar nicht erst zu fragen, du weißt auch nicht wo ich die Zeit finde." "So`n Quatsch" Frau Igel tippte sich an die Stirn, schnupperte in alle Richtungen, "Nun mach schon Platz ich habe keine Zeit, meine Kinder haben Hunger" und schnell verschwand sie im hohen Gras.
Felix Schlappohr war ziemlich ratlos. aber da sah er schon in wilden Kreisen eine Biene auf sich zu fliegen. "He, he, Frau Biene!" rief Felix " halt mal, ich muss dich was fragen!" Die Biene konnte gar nicht so schnell bremsen und machte erst noch einen Purzelbaum und landete vor Felix auf einer Blüte. "Faule Leute - dumme Fragen - keine Zeit, keine Zeit - aus dem Weg - aus dem Weg - ich muss mich beeilen, bevor es regnet muss ich alle Blumen besucht haben - los , los, - keine Zeit - keine Zeit" Und sie flog brummend davon von Blüte zu Blüte. Felix Schlappohr legte sich zurück, verkreuzte die Arme unterm Kopf . Schlug ein Bein aufs andere und betrachtete nachdenklich seinen großen Hasenzeh.
Auf einmal flatterte es um ihn herum und vorwitzig setzte sich ein Zaunkönig , ein winziger Vogel, auf seinen großen Hasenzeh. Der Zaunkönig sah sehr traurig aus. "Na, du Winzling? Was machst du für einen traurigen Schnabel?" fragte Felix Schlappohr "Ach", jammerte der Zaunkönig - "Ich bin so furchtbar traurig - keiner hat Zeit mir zuzuhören. Ich habe doch so viele Lieder auswendig zwitschern gelernt und nun das - alle rufen - keine Zeit - keine Zeit - es hat einfach keiner mehr Zeit, meine schönen Lieder zu hören. " "Wenn’s weiter nicht ist" staunte Felix Schlappohr " also, dann los du kleiner Sänger, sing schon drauf los, ich bleibe ganz still liegen und höre zu, bis du alle deine Lieder gesungen hast." meinte Felix Schlappohr großzügig.
Das ließ sich der kleine Vogel nicht zweimal sagen und jubilierend sang er, ein Lied schöner als das andere. Von Überall kamen sie gelaufen und setzten sich still ins Gras. Frau Igel mit ihren Kindern, viele Bienen unterbrachen ihre fleißige Arbeit, alle hörten plötzlich andächtig zu. Auch Felix Schlappohr schloss die Augen und freute sich über die schönen Lieder und so langsam begriff er, dass er die Zeit gefunden hatte - die Zeit jemanden zuzuhören.

© Hella

[image]




Schlappohr besteht die Osterhasenprüfung


Hasenlehrer Löffel schob seine Brille hoch und sah seine Schulklasse sehr streng an, hob den Finger und sagte:"Denkt daran, am Sonntag sind die Prüfungen zum Osterhasen. Wir treffen uns um 9.00 Uhr auf der Wiese von Bauer Hellmann. Also übt noch recht fleißig - besonders du, Felix Schlappohr! Träumst du schon wieder?" Ja, Felix Schlappohr träumte. Er hatte den Kopf auf die Pfote gestützt und sah über die grüne Wiese wo das Huhn Agathe den Hasenschülerinnen zeigte, wir man Ostereier schön bunt anmalt. In der ersten Bank saß Sonja Mümmel, das hübscheste Hasenfräulein, das Felix je gesehen hatte. "Felix aufwachen!" Felix zuckte zusammen, als Lehrer Löffel auf sein Pult schlug. Felix hatte keinen Bock auf Schule. Gerade vor Ostern wurde es richtig unangenehm: Eier anmalen, durch Wälder und Sträucher hoppeln, Nester suchen und Eier verstecken, pausenlos. Es war schon ziemlich anstrengend mit Körben voll Eiern rumzuschleppen. Felix wünschte sich sehnlichst ein Fahrzeug, so wie er es am Waldrand gesehen hatte, Oberförster Schlotta hatte so eins. Aber Felix traute sich gar nicht so was zu erzählen, oder habt ihr schon mal einen Osterhasen gesehen, der Ostereier im Lieferwagen bringt?
In der Pause, als alle Schulhasen im Klee frühstückten, prahlte er mit seiner Idee dann doch herum und er sah, dass er großen Eindruck auf Sonja Mümmel machte, denn sie hoppelte unauffällig immer näher zu Felix und hörte begeistert zu . Felix war nicht mehr zu bremsen, er brüstete sich und zu Schluss glaubten fast alle Mitosterhasen, dass es das Beste wäre ein Auto anzuschaffen. Aber plötzlich war der oberschlaue Hase Timo Superschlau dazugekommen und rümpfte die Schnurrbarthaare und sagte entrüstet:"Wie dumm ihr doch alle seit, glaubt ihr wirklich, wir können mit einem Auto Ostereier verstecken? Pah, der Felix ist ein alter Aufschneider- pah - ein Auto, eine stinkende Benzinkutsche auf unserer schönen Wiese. Wohl noch nichts von Umweltschutz gehört, wie?
Sonja Mümmel war völlig hin und her gerissen, da war der schlaue Timo Superschlau und hier Felix Schlappohr, der Träumer und Angeber.
Felix wusste wohl, dass der schlaue Timo recht hatte, aber er hätte doch zu gerne am Sonntag nach der Osterhasenprüfung mit Sonja Mümmel in einem blitzenden Auto einen Ausflug gemacht. Bis da hin wollte er noch tüchtig lernen und wegen dem Auto musste er sich irgend etwas ganz tolles einfallen lassen.
Am Ostersonntag war Felix der Erste bei den Prüfungen .auf der wiese von Bauer Hellmann. Er hatte fleißig geübt, er konnte wunderschön farbig die Eier bemalen und fand sehr gute Verstecke für einen ganzen Korb Eier. Er war sehr stolz, als der Osterhasenlehrer Löffel ihm zur bestandenen Osterhasenprüfung gratulierte. Auch seine Angebetete, Sonja Mümmel hoppelte auf ihn zu und umarmte ihn und gratulierte mit einem dicken Hasenkuss. Sie band ihm ihre blaue Schleife um . Felix fühlte sich im 7. Hasenhimmel, er nahm seine Hasenliebste bei der Pfote und zog sie hinter einen Busch. "Sieh nur, dort steht mein Auto!" rief er so laut, dass alle Hasenschüler es hören konnten. Und tatsächlich, sie trauten alle ihren Augen nicht, da stand ein richtiges Auto, das Felix aus Holz selbst zusammengebaut hatte und blau angestrichen hatte..
Plötzlich war Felix Schlappohr Mittelpunkt, alle umringten ihn und gratulierten, zu bestandenen Osterhasenprüfung, zum neuen Auto und zu seiner zauberhaften Freundin Sonja Mümmel.
"Es stinkt ja gar nicht nach Benzin, dein Auto!" stellt der
Hasenlehrer Löffel fest. "Dann kann es auch nicht fahren!" wollte der oberschlaue Timo wissen. "Ihr werdet euch wundern, komm," sagte er zu seiner Freundin Sonja und half ihr wie ein Kavalier in das wunderschöne blaue Holzauto"Wir machen einen Ausflug!"
"Es riecht so nach frischen Möhren," flötete Sonja.
"Richtig" Felix Schlappohr war sehr stolz "es riecht nicht nach Benzin sondern nach Möhren. Mein Auto fährt mit frischen Möhren. Je frischer die Möhren, je schneller mein Auto."
„Hoffentlich haben wir genug Möhren mit, damit wir auch noch ein Picknik machen können."
Stolz kutschierte Felix immer wieder über die Wiese an den staunenden Osterhasenmitschülern vorbei. Er sah wie alle sehr beeindruckt zuschauten, das hatten sie Felix Schlappohr gar nicht zugetraut. Keiner wagte ihn mehr Angeber zu nennen, alle freuten sich mit ihm über sein neues Auto und das nun auch bald eine Hasenhochzeit stattfinden würde, zu der sie alle eingeladen würden.

© Hella

http://www.hella.de.tl/


Last Eastern

Sonnenstrahlen suchen sich ihren Weg durch die mit Osterdekorationen beschmückten Fenster -und tatsächlich- sie streicheln mich und erwecken meinen Geist.

Ansonsten liegt noch Ruhe über der Stadt, nur die Vögel stimmen zur ersten Sinfonie an diesem Ostersonntag an,
scheinbar bewusst des besonderen Tages, da alles in einer seltenen Harmonie erscheint.

Noch fühlen sie sich sicher da -die Katzen noch nervös im Hause- vor der Balkontür scharren.

Kinderlachen..
immer noch gleich..
Gedanken gehen zurück in die Zeit meiner Kindheit als meine Eltern mit einem Lächeln im Gesicht mein Kinderzimmer betraten und mich weckten mit den immer gleichen Worten:
"Wir haben den Osterhasen grad hinten im Garten durch den Zaun verschwinden sehen.
Ob er wohl für dich etwas dagelassen hat?"

Dafür waren sie im Verstecken der verschiedenen Geschenke bei weitem einfallsreicher und so manche Stunde verstrich bei meiner schon Tage vorher geplanten Suchaktion, ja ich hatte immer einen Plan.

Abläufe, die meine Kindheit bestimmten,
familiäres Glück, Vertrautheit, menschliche Wärme.

Ungestüm wurde ich später - doch nun empfinde ich tiefes Glück bei diesen Gedanken und ich erwache mit dem gleichen Kinderlachen wie damals und mit den Worten an meine Tochter:
"Wir haben den Osterhasen durch den Zaun verschwinden sehen.
Ob er wohl für dich etwas dagelassen hat?"

So trage ich das Kind in mir noch immer zur Schau, möge es nie anders sein.



©Andreas Benz


Karfreitag im Kolonadengarten

Der graue Winter hatte uns irgendwie zugesetzt. Eigentlich sind mein Mann und ich, Menschen, die viel Humor haben, gerne Musik hören und sich an schönen Dingen erfreuen können.
Unsere Ansprüche sind noch nie sehr groß gewesen. Gerade die kleinen Dinge können uns ganz groß erfreuen. Besonders, wenn ich am Computer sitze und schreibe, mit Menschen kommunizieren kann, Lustiges lese, selber schreibe, dann habe ich eine Art Rausch.
Geschichten und Gedichte schreibt bekanntlich das Leben.
In letzter Zeit fühlte ich mich nicht mehr wohl, war mitunter niedergeschlagen und hatte depressive Stimmungen. Von einem Tag zum anderen konnte es sich wieder umschlagen und mir fiel es nicht schwer, „dass ich am liebsten die Welt umarmen wollte.“
Die Geschehnisse der Welt belasten mitunter sehr und lassen mittlerweile kaum durchgängigen Nachtschlaf zu.
Der Karfreitag versprach sonnig zu werden. Die Sonnenstunden wollten wir nutzen und im Kolonadengarten mal nachsehen, ob es denn schon grünt und blüht.
Welche Freude. Wir betraten den Mietergarten, der für alle da ist, gesetzt sie benehmen sich ordentlich und verlassen den Garten ohne Hinterlassenschaften.
Es gibt einen Vorsitzenden und fleißige Leute, die ehrenamtlich Beete betreuen und die Anlage pflegen. Im Winter ist geschlossen, damit die Fische im Teich zur Ruhe kommen.

Nun atmeten wir den Duft der Frühlingsblumen ein. Es war österlich geschmückt. Im Teich, die Goldfische und andere kleine Fischarten waren zu sehen. Unser Freund, ein dicker, großer, einsamer Karpfen, der schwamm umher.
Wir waren guter Dinge und jeder fotografierte mit seiner Kamera.
Plötzlich, hektisches Treiben am Himmel. Eine Ente, nicht sehr groß, eher zierlich, wurde von zwei schweren Erpeln verfolgt. Immer wieder floh sie, doch die beiden lüsternen Kerle folgten ihr. Wildes Geschnatter zerriss die Luft. Die Ente floh immer wieder. Dann platschten alle drei in den Teich.
Das Entenweibchen bekam kaum noch Luft. Sie erhob sich nach einer Pause in die Lüfte. Wieder Verfolgung. Ich schimpfte den Entenmännern hinterher. Sie wollten mit Gewalt ihr Ziel erreichen. Ich sagte leise: „Wie im wahren Leben, bei den Menschen.“
Es mag eine halbe Stunde noch so gegangen sein. Ich regte mich auf. Plötzlich muss der eine Enterich wogegen geflogen sein. Er war weg. Nun hatte ich Bedenken, dass er verletzt ist. Sah ihn jedoch nicht. Ich beruhigte mich. Ein Erpel und die Ente landeten nun wieder im Teich. Sie war ganz heißer und abgekämpft, floh wieder. Nun ging ich dazwischen und vertrieb den lüsternen Burschen, schimpfte mit ihm und redete auf die Ente beruhigend ein. Sie guckte mich neugierig an, als ich sanft rief. Der Verfolger ließ dann von ihr ab, sie huschte fort.
Wir fotografierten in Ruhe weiter. Dann liefen wir nach Hause und tranken gemütlich Kaffee.

©Christine Kayser








Warum es die Osterglocke gibt

Vor vielen tausend Jahren, als Gott Vater die Erde erschuf, dachte er auch an die vier Jahreszeiten. „Im Frühjahr soll die Natur erwachen“, dachte er bei sich. „Gräser und Pflanzen werden neu erblühen. Vögel ihre Nester bauen und die Tiere ihre Jungen zur Welt bringen. Den Sommer möge die Natur in Freude und Pracht erleben und die schöne Zeit genießen. Dem Herbst verleihe ich besonders viel Farbe, damit der Abschied vom Sommer nicht so schwer fällt. Die Früchte, die im Sommer reiften, sollen im Herbst geerntet werden und als Nahrung für den Winter dienen. Tiere und Menschen werden sich Vorräte anlegen um die kalte Jahreszeit des Winters zu überbrücken, in der alles Leben zur Ruhe kommen soll.“
Nun wollte Gott sehen, ob alles seine Ordnung hatte und das Jahr so ablief, wie er es sich dachte. Wieder einmal streifte er durch den Garten Eden. Da – was war das? Ein leises, zartes Läuten durchzog die Luft. Gott ging dem Klang nach und wollte sehen, wer diesen lieblichen Ton hervor gebracht hat. Er musste erst sehr nahe heran gehen um das kleine unscheinbare Pflänzlein zu entdecken. „Du läutest so schön und doch sieht man dich kaum“, sprach er das Blümlein an. „Das kommt, weil ich keine Farbe habe“, entgegnete das Blümlein mit seiner zarten Stimme. „Da habe ich wohl etwas Wichtiges vergessen! So eine schöne Stimme muss auch eine schöne Farbe haben. Es ist Frühling, die Sonne lacht nur so vom Himmel. Du sollst die Farbe der Sonne haben, sie soll dich mit ihren Strahlen bemalen. Weil morgen Ostern ist, will ich dich Osterglocke nennen.“ Glücklich strahle die Osterglocke und läutet seitdem jedes Jahr zur Frühlingszeit das Osterfest ein.
© ChT

http://www.beepworld.de/members49/bahnfreund/

[image]

Copyright: Edeltrud Wisser







Inselchens World
  Hauptseite + Forum  

 
Gästebuch
 
Wettbewerb
 
Geschenke
 
Links




Diese Webseite ist eine österliche Ergänzung der Seite Inselchens World (Link öffnet sich im neuen Fenster).
Dort finden Sie auch das Impressum sowie den Disclaimer.
..:~~ Laudatio ~~:..







Admin | Script by Alex 2003