Weihnachten woanders

Australien:

Weihnachten bei 35 Grad im Schatten
Bei hochsommerlichen Temperaturen muss Santa Claus in Australien ganz schön schwitzen und die Einwanderer Australiens mussten ihre Weihnachtsbräuche dem "Australia-Summer-Christmas" anpassen..
So verwundert es nicht, dass man Santa Claus eher in Badehosen am Strand antrifft als am warmen Kamin und die Bescherung nicht selten auf der Strandparty stattfindet. Und da Milch in der Hitze auch nicht das Wahre ist, stellt man Santa Claus meist ein kühles Bier auf das Fensterbrett.
Doch trotz Hochsommer gleicht Vieles des australischen Weihnachtsfestes dem um in dieser Zeit kühleren Gefilden. So sind die Straßen und Kaufhäuser festlich geschmückt, im Queen Victoria Shopping Centre in Sydney z.B. beleuchten mehr als 20.000 Birnen den Tannenbaum.
Ein Höhepunkt sind die "Carols by Candlelight". Hunderttausende kommen hier her und wenn berühmte Sänger, Chöre und Symphonieorchester Weihnachtslieder vortragen, stimmt das begeisterte Publikum - ein jeder in seiner Sprache - mit ein. Die Tausenden brennenden Kerzen der Zuschauer tauchen alles in eine wunderschöne und friedvolle Weihnachtsatmosphäre.
Da die Australier auf allerlei weihnachtliche Spezialitäten, die im australischen Sommer einfach nicht so recht schmecken wollen, nicht dauernd verzichten möchten, kam man in den letzten Jahren auf die Idee, einfach "Christmas II" im australischen Winter (Juni/Juli) zu feiern. Dann schmeckt auch - z.B. in den Snowy Mountains oder Southern Highlands - der Glühwein so richtig.
Ein Gericht darf allerdings auch im sommerlichen Weihnachten Nr. 1 in Australien nicht fehlen: Der Plumpudding am Heiligen Abend. Und in den Zeiten des Internets bestellen weniger Kocherfahrene oder Eilige einfach über das selbige.
Ein großes weihnachtliches Ereignis ist auch die berühmte "Regatta von Sydney nach Hobart". Sie startet alljährlich am 26. Dezember.

 

Philippinen:

"Maligayan Pasko"
Weihnachten wurde laut historischen Aufzeichnungen zum ersten Mal auf den Philippinen - dem einzigen Staat in der südostasiatischen Region mit mehrheitlich christlicher Bevölkerung - in der Zeit zwischen 1280 und 1320 gefeiert, also rund 200 Jahre bevor Magellan die Inselgruppe entdeckte.
Damals hatte sich der Franziskanermönch Bruder Odoric mit einer Handvoll Begleitern in den Fernen Osten aufgemacht, um die 400 Jahre zuvor nach Asien ausgezogenen nestorianischen Christen zu suchen. Auf dem Rückweg machte er auf den Philippinen halt. Dort schafften es er und seine Männer, die anfänglich feindlich gesinnten Eingeborenen von ihrer Friedlichkeit zu überzeugen und neben der Aufstellung eines Kreuzes wurde auch ein "Weihnachtsbaum" gepflanzt. Am 25.12. feierte Bruder Odoric hier zusammen mit seinen Begleitern hier die erste Weihnachtsmesse auf den Philippinen.
Das heutige philippinische Weihnachtsfest ist eine Mischung aus spanischen, amerikanischen und lokalen Traditionen, die auf die spanische und seit 1898 amerikanische Kolonialzeit zurückgehen. Der eigentlichen Weihnachtszeit, die am 16. Dezember mit einer feierlichen Messe genannt "Misa de Gallo" und der Verlesung der biblischen Geburtsgeschichte Jesu, beginnt, gehen beginnend im November nächtliche Feuerwerke voraus, die auch nach Weihnachten bis Sylvester weiter gehen.
"Maligayan Pasko" - fröhliche Weihnachten - wünschen sich die Philippinos und an jedem Abend in der Weihnachtszeit spielt ein Pärchen die Suche Marias und Josephs nach einer Bleibe auf den so genannten "Panunuluyan" nach. Auf den Straßen singen Chöre, die "Chumbancheros", und zu den beliebtesten Lieder zählt das "Maligayan Pasko" zur Melodie von "Happy Birthday". Um niemand vom Weihnachtsfest auszuschließen und sicher zu stellen, dass wirklich jeder teilnehmen kann, finden am ersten Weihnachtstag stündlich Messen statt, bei denen Hirtenspiele, die "Pastores", aufgeführt werden.

Weihnachtsinseln:

An Weihnachten entdeckt
Gleich zweimal wurden zu Weihnachten Inseln entdeckt und wie die berühmteren Osterinseln verdanken seit dem ein Eiland im Pazifik und eines im Indischen Ozean ihren Namen dem Zeitpunkt ihrer Entdeckung.
Die heute zu Kiribati gehörenden, östlich der Philippinen im Pazifik liegenden Weihnachtsinseln sind das älteste Atoll der Welt. Entdeckt wurden sie von dem großen Entdecker James Cook. Sie sind bekannt als Taucherparadies, die knapp 2000 Einwohner leben hauptsächlich vom Tourismus, Fischfang und der Kobra-Produktion.
Im Indischen Ozean setzte an einem 25. Dezember der britische Captain William Mynors als erster einen Fuß auf eine kleine Insel, die heute zu Australien gehört. Weihnachten spielt auf den Weihnachtsinseln allerdings kaum eine Rolle. Auf der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel sind z.B. noch nicht einmal 20% der Bevölkerung Christen, hauptsächlich leben hier Buddhisten und Moslems sowie chinesische, malaysische, indische und zahlreiche andere Minderheiten.